Wirtschafts- und Finanzdaten Liechtenstein 2023

Zum sechsten Mal stellt das Ministerium für Präsidiales und Finanzen eine aktualisierte Fassung der Broschüre «Wirtschafts- und Finanzdaten zu Liechtenstein» bereit.

Seit seiner Gründung 1719 hat sich das Fürstentum Liechtenstein von einem Agrarstaat zu einem hochindustrialisierten Wirtschaftsstandort mit starken Finanzpatz entwickelt. Dies nicht zuletzt dank einer aktiven Aussenpolitik: Liechtenstein ist seit 1923 über den Zollvertrag eng mit der Schweiz verbunden und hat als Währung ebenfalls den Schweizer Franken. Andererseits ist das Land seit 1995 nicht nur WTO- sondern auch EWR-Mitglied und hat damit nicht nur direkten Zugang zum europäischen Binnenmarkt, sondern übernimmt auch sämtliche Regulatorien der EU. Dies stellt einen Standortvorteil sowie einen wesentlichen Faktor zur nachhaltigen Sicherung und Stabilität der liechtensteinischen Volkswirtschaft dar.

Liechtenstein zeichnet sich durch hohe politische und wirtschaftliche Stabilität sowie durch eine ausgezeichnete Situation der öffentlichen Finanzen aus. Auch deshalb gehört Liechtenstein im Rating von Standard & Poor’s zu der am höchsten bewerteten Ländergruppe (Long-Term-Rating: AAA), dies dazu mit stabiler Aussicht. Die Staatsquote – also die konsolidierten öffentlichen Ausgaben (Gemeinden, Land, Sozialversicherungen) im Verhältnis zum BIP – war 2021 mit 22.6% nicht nur im europäischen Kontext sehr tief, sondern auch im weltweiten Vergleich (Japan 47.2%, USA 47.3%).

Verglichen mit dem realen BIP 1972 hat sich die Wirtschaftsleistung Liechtensteins bis 2022 fast verfünffacht. Die preisbereinigte liechtensteinische BIP-Wachstumsrate beträgt im Durchschnitt seit 1972 hohe 3.2%. Mit CHF 3.4 Mia. Bruttowertschöpfung hatte der Wirtschaftsbereich Dienstleistungen 2020 den höchsten Anteil am liechtensteinischen Bruttoinlandsprodukt, gefolgt von Industrie und warenproduzierendem Gewerbe (CJHF 2.4 Mia.) und der Landwirtschaft (CHF 0.01 Mia.). Eine wichtige Branche innerhalb der Dienstleistungen sind in Liechtenstein traditionell die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, welche 2020 10.8% der Gesamtwertschöpfung erzielten, was gleichzeitig den zweithöchsten Anteil aller EU/EFTA-Staaten bedeutet (hinter Luxemburg). Der Anteil der im Finanzbereich Beschäftigten an der Gesamtbeschäftigung in Liechtenstein ist seit 2008 ungefähr konstant geblieben (2021: 18.0%).

Die von den liechtensteinischen Banken im Inland und Ausland verwalteten Kundenvermögen belaufen sich auf über CHF 411 Mia. (inklusive ausländische Gruppengesellschaften) im Jahr 2022. Der Nettoneugeldzufluss 2022 war hoch mit CHF 38.2 Mia. (2021: CHF 37.5 Mia.) inklusive ausländische Gruppengesellschaften. Die Banken in Liechtenstein sind sehr stark kapitalisiert: Ende 2022 verfügten sie inklusive Auslandsgesellschaften über eine durchschnittliche Tier-1-Ratio von sehr hohen 19.7%. Damit liegen sie weit über den Anforderungen von Basel III (8%, inkl. Ergänzungskapital) und dem EU/EWR-Durchschnitt (16.8%).

Das Länderrating von Standard & Poor’s (AAA mit stabilem Ausblick) und die BICRA-Wertung (Risikogruppe 2) unterstreichen die Verlässlichkeit des liechtensteinischen Finanzsektors.

 

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