Liechtenstein und Philippinen unterzeichnen Doppelbesteuerungsabkommen
Liechtenstein baut sein internationales DBA-Netzwerk aus.
Regierungschefin Brigitte Haas nimmt vom 15. bis 17. Oktober an den Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Bangkok, Thailand, teil. Die Regierungschefin nutzt die Jahrestreffen zudem als Plattform für bilaterale Gespräche mit wirtschaftlichen Partnern Liechtensteins. Ein besonderer Schwerpunkt dieser Treffen liegt auf dem Ausbau der Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Während das DBA mit den Philippinen in Bangkok unterzeichnet werden konnte, wurden mit Italien und Portugal weitere Gespräche geführt.
Ausbau des internationalen DBA-Netzwerks
Mit der Unterzeichnung des DBA mit den Philippinen stärkt Liechtenstein die wirtschaftlichen Beziehungen zu einem wichtigen Partner in Südostasien, in welchem mehrere liechtensteinische Industrieunternehmen tätig sind. Das Abkommen schafft Rechtssicherheit für grenzüberschreitend tätige Unternehmen und Privatpersonen, verhindert die doppelte Besteuerung von Einkünften und erleichtert damit Handel und Investitionen. «Der kontinuierliche Ausbau des DBA-Netzwerks ist ein wichtiger Bestandteil der liechtensteinischen Standortpolitik und trägt zur Wettbewerbsfähigkeit unseres international ausgerichteten Wirtschafts- und Finanzplatzes bei.», so Regierungschefin Haas während ihrem Aufenthalt an den IWF-Jahrestreffen.
In bilateralen Gesprächen mit Portugal und Italien standen steuerliche Rahmenbedingungen und die weitere Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Im Austausch mit Portugal bekräftigte die Regierungschefin das Interesse Liechtensteins am Abschluss eines DBA. Die im letzten Jahr erfolgte Streichung Liechtensteins von der portugiesischen Liste der Gebiete mit präferentiellen Steuerregimen hat hierfür die Basis geschaffen.
In einem produktiven Austausch mit dem italienischen Wirtschafts- und Finanzminister Giancarlo Giorgetti thematisierte die Regierungschefin die noch ausstehende Ratifikation des bereits 2023 unterzeichneten Doppelbesteuerungsabkommens. Zudem setzte sie sich für die steuerliche Gleichbehandlung Liechtensteins mit den übrigen EU- und EWR-Staaten bei der italienischen Vermögenssteuer auf ausländische Finanzanlagen ein.
Enge Zusammenarbeit mit Island im EWR und IWF
Im Gespräch mit dem isländischen Finanz- und Wirtschaftsminister Daði Már Kristófersson standen die Zusammenarbeit im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sowie die gemeinsamen Interessen im IWF im Vordergrund. Die Regierungschefin unterstrich die Bedeutung einer engen Abstimmung zwischen den EWR/EFTA-Staaten, insbesondere bei der zeitnahen Übernahme europäischer Rechtsvorschriften im Finanzdienstleistungsbereich.