Blockchain – ein Treiber für Nachhaltigkeit?

In der allgemeinen Wahrnehmung oft auf Kryptowährungen wie Bitcoin reduziert, bietet die Blockchain-Technologie jedoch nicht nur für die Finanzindustrie gewichtige Vorteile, sondern vermag auch im Bereich der Nachhaltigkeit ungeahnte Horizonte zu eröffnen.

Die Blockchain-Technologie hat die Prozesse der Finanzdienstleistungen weiter digitalisiert. Doch, dass sie zu weit mehr im Stande ist, als lediglich die Sicherheit der Bitcoin-Währung zu gewährleisten, macht sie zu einem durchaus interessanten Instrument für zusätzliche Einsatzgebiete. Vereinfacht ausgedrückt, werden mittels Blockchain sämtliche erfolgten Transaktionen lückenlos und chronologisch erfasst. Sie kann alle Arten von Vermögenswerten digital abbilden und speichern. Neue Transaktionen werden in Form von Blöcken abgebildet. Die Blöcke bilden in der Folge eine Kette – daher der Name Blockchain. Das grosse Plus dieser Technologie: Jeder neue Block enthält Verweise auf vorangegangene Blöcke und muss von den Netzwerkmitgliedern freigegeben werden. Manipulation und Betrug werden damit praktisch ein Ding der Unmöglichkeit.

Megatrend Nachhaltigkeit

Doch wie passen nun Blockchain und Nachhaltigkeit zusammen? Der nachhaltige Umgang mit unserer Umwelt und Gesellschaft hat nicht zuletzt auch Einzug in das Thema Geldanlage gehalten. So hat die EU auf Basis der ESG-Richtlinien regulatorische Rahmenbedingungen (EU-Taxonomie) für nachhaltige Investitionen definiert. ESG steht für Environmental, Social und Governance. Anforderungen an die Schonung von Ressourcen und Reduktion von Emissionen werden genauso formuliert wie an soziale Aspekte wie die Einhaltung von Arbeitsrechten oder Diversität und zu guter Letzt an die Unternehmensführung und -ethik.

Das aktuelle Regelwerk auf Basis der ESG-Kriterien lässt noch (zu) viel Spielraum offen, was auch für Kritik sorgt. Doch genau hier könnte die Blockchain-Technologie unter anderem ihre Stärke ausspielen, kann sie doch die Einhaltung der ESG-Kriterien manipulationsfrei kontrollieren und damit ein «Greenwashing» seitens der Emittenten verhindern. Damit ist die Technologie geradezu dafür prädestiniert, zukünftig im Rahmen von Sustainable Finance zum Einsatz zu gelangen und das Thema Nachhaltigkeit auf eine solide technologische Grundlage zu stellen.

Blockchain und Nachhaltigkeit

Kritiker entgegnen jedoch, dass Blockchain und die ESG-Richtlinie nicht zu vereinen seien. Erstens wird der hohe Energiekonsum von Blockchain-Netzwerken beanstandet. Zweitens bestünde die Gefahr, dass Blockchain für Geldwäsche instrumentalisiert werden könnte. Drittens liesse sich in einem System ohne zentrale Zwischeninstanz keine Compliance und Good Governance sicherstellen.

Tatsächlich ist aber die Blockchain-Technologie ein wesentlicher Hebel für alle drei Dimensionen – «E», «S» und «G» – der Nachhaltigkeit. Denn es gilt zu beachten, dass öffentlich zugängliche Blockchains wie Bitcoin zwar in der Tat einen hohen Energieverbrauch aufweisen, dies bei privaten oder hybriden Lösungen hingegen nicht im gleichen Ausmass zutrifft. Da Blockchains als im Internet dezentralisierte, gemeinsame Datenbanken zu verstehen sind, werden Ungereimtheiten umgehend erkannt, da alle Beteiligten innerhalb eines Netzwerks Zugang zu denselben Datenressourcen in Echtzeit haben. Aufgrund ihrer maximalen Nachverfolgbarkeit, Manipulationssicherheit und Transparenz wirkt die Technologie der Geldwäsche somit entgegen. Dies Vorteile lassen sich im Zusammenhang mit einer ethischen Governance ebenfalls nutzen, beispielsweise wenn es um den Aufbau und Betrieb von sicheren globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten geht. Blockchain kann Vertrauenswürdigkeit wie auch den Datenschutz von Geschäftsprozessen wie kaum eine andere Technologie erhöhen, zumal sie durch eine integrierte Kryptologie nicht zuletzt auch gegen Cyberangriffe gewappnet ist.

Chance für den Finanzplatz

Dass digitale Innovationen wie die Blockchain-Technologie Geschäftsprozesse verbessern, neue Geschäftsmodelle schaffen, Kundenbedürfnisse und damit den ganze Sektor verändern können, hat der Finanzplatz Liechtenstein längst erkannt. Entsprechend hat Liechtenstein mit dem 2020 eingeführten «Blockchain-Gesetz» weltweit eine Vorreiterrolle in der Token-Ökonomie übernommen und den regulatorischen Rahmen für Transaktionen in einer Blockchain über das Internet geschaffen. Das neue Gesetz bringt den Finanzplatz Liechtenstein denn auch in die ideale Ausgangslage, um das Potential dieser Technologie im Kontext der Nachhaltigkeit weiter auszuloten. Diesen Vorsprung gilt es zu bewahren und auszubauen. Blockchain für nachhaltige Vermögensanlagen zu nutzen, ist nicht nur ein möglicher, sondern ein logischer Schritt dazu.

 

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