wir-Tage «Familienvermögen», München
Liechtenstein Finance erläuterte in einer eigenen Deep Dive Session die liechtensteinische Unternehmensstiftung anhand eines Fallbeispiels.
Am 9. Und 10. Juni 2026 kamen in München anlässlich der wir-Tage Familienvermögen des wir-Magazin 130 Vertreter von Unternehmerfamilien und Single Family Offices zusammen.
Im direkten Austausch wurde zu Themen wie Vermögensschutz und Vermögensstrategie, aktuellen Herausforderungen für Unternehmerfamilien und möglichen Lösungswegen diskutiert.
Die liechtensteinische Unternehmensstiftung
Liechtenstein Finance war wiederum Partner der wir-Tage Familienvermögen; vertreten wurde der Finanzplatz Liechtenstein durch Dr. Daniel Damjanovic. Der Rechtsanwalt und Stiftungsrat der Inter Ikea Stiftung Liechtenstein erläuterte anhand der Strukturen und Funktionsweise der Inter Ikea Stiftung als Fallbeispiel die liechtensteinische Unternehmensstiftung.
IKEA wurde 1943 durch Ingvar Kamprad gegründet und zählt heute rund 200’000 Mitarbeitende weltweit. In den 1980er-Jahren wurde eine Stiftungsstruktur etabliert. Dabei sei IKEA als Marke in einem Franchisesystem zu verstehen, erläuterte Damjanovic. Hintergrund dieses Konzeptes sei die Risikoverteilung.
IKEA zählt drei Stiftungen, zwei davon in Liechtenstein und eine in den Niederlanden: Die Interogo Foundation dient als «Sparschwein» und sichert die Unabhängigkeit und das Fortbestehen von IKEA, indem sie die dafür erforderlichen Finanzreserven bereitstellt. Die Inter IKEA Gruppe fungiert als Franchisor und ist für die Vermarktung und den Verkauf der Produkte zuständig. In der Ingka Gruppe sind die Franchisenehmer zusammengefasst.
Die Inter IKEA Stiftung mit Sitz in Liechtenstein ist die oberste Eigentümerin der Inter IKEA Holding B.V.. Die Stiftung wurde 2023 nach einer Abspaltung von der Interogo Foundation gegründet. Ihr Zweck besteht ebenfalls darin, die Unabhängigkeit und Langlebigkeit des IKEA Konzepts sowie die dafür erforderlichen finanziellen Reserven zu sichern.
Die Inter IKEA Stiftung ist eine Unternehmensstiftung nach liechtensteinischem Recht. Die Governance der Stiftung ist über drei Stiftungsräte und sieben Mitglieder im Beirat sichergestellt. Einfach ausgedrückt zeichnet sich eine Unternehmensstiftung dadurch aus, dass sie «sich selbst gehört». Obwohl die Stiftung diskretionärer Natur ist, gibt es keinen einzelnen Begünstigten der Inter IKEA Stiftung, und kann es auch niemals einen geben. Die von der Stiftung gehaltenen Mittel dürfen nur für ihre Zwecke verwendet werden. Dies ist unwiderruflich.
Dadurch verbleibt das IKEA-Konzept über Generationen hinweg und unabhängig von Veränderungen der Lebensumstände einzelner Personen oder familiären Beziehungen unter der uneingeschränkten und ungeteilten Kontrolle der Inter IKEA Foundation. Das Eigentum der Stiftung verhindert eine Zersplitterung des Eigentums, die im Falle von Familien- oder öffentlichem Eigentum möglicherweise auftreten könnte. Aus diesen Gründen wurde das liechtensteinische Stiftungsrecht, das eine besondere Form der Unternehmensstiftung vorsieht, als am besten geeignet für den Zweck der Gründung der Stiftung angesehen.