Transformation zu Nachhaltigkeit mit «blended finance»

Starkregen oder Hitzesommer gelten schon lange nicht mehr als seltene Wetterphänomene, sondern sind Zeichen des Klimawandels, dessen Bekämpfung zur grossen Aufgabe unserer Zeit schlechthin geworden ist. Grosser Dissens herrscht aber bei den richtigen Massnahmen.

Den  bedingungslosen Verfechtern von funktionierenden Marktmächten stehen ideologische Verbotsbefürworter gegenüber. Klar ist – die «eine» erfolgreiche Massnahme gibt es nicht, es braucht einen ganzen Strauss davon. Klar ist auch das Ziel. Die Transformation der globalen  Wirtschaft muss effizient, schnell und inklusiv erfolgen.

Drei Dinge sind dabei wichtig: Erstens müssen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft am gleichen Strang ziehen. Zweitens braucht es ein grundsätzliches Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit, und zwar nicht nur im Hinblick auf das Klima. Vor diesem Hintergrund verfolgen Liechtenstein und sein Finanzplatz seit langem einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz, der sich an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der UNO ausrichtet.

Symbolisch dafür steht der Claim des Finanzplatzes «Denken in Generationen». Drittens dürfen wir die Herausforderung nicht bloss aus Sicht unserer hochentwickelten Wirtschaft und unseren austarierten politischen Prozessen denken. Besonders Entwicklungsländer – sprich Länder mit historisch eher schwachen politischen Systemen und wenig diversifizierten Wirtschaften – benötigen Unterstützung für eine nachhaltige Entwicklung. Soll der Klimawandel ernsthaft aufgehalten werden, braucht es auch in diesen Ländern eine Transformation hin zu mehr Energieeffizienz und Klimaresilienz. Oft fehlt dazu die notwendige Finanzierung. Der öffentliche Sektor kann unmöglich diese Finanzierungslücke alleine schliessen.

Neue, innovative Massnahmen sind gefragt

«Blended finance», die Kombination von öffentlichen und privaten Mitteln zur Finanzierung nachhaltiger Entwicklungsprojekte, ist aktuell eine der vielversprechendsten:

Kapitalmarktfähigkeit: Entwicklungsländer haben oft Schwierigkeiten bei der Finanzierung ihrer Projekte, da sie begrenzten Zugang zum internationalen Kapitalmarkt haben.

Risikoteilung: Öffentliche Gelder wirken katalytisch und mobilisieren dringend benötigtes privates Kapital. Ursprünglich als zu riskant angesehene Investments werden so für private Kapitalgeber interessant. Gleichzeitig erhält die öffentliche Hand einen grösseren Hebel und erzielt damit mehr Wirkung.

Es gibt natürlich auch Herausforderungen wie mangelndes Fachwissen oder die Befürchtung in den betroffenen Ländern, dass die traditionelle Entwicklungshilfe eingeschränkt werden könnte. Die grösste Herausforderung für die Skalierbarkeit ist jedoch der Mangel an geeigneten, investierbaren Projekten.

Ausgewogene Projektplanung

Was ist also zu tun? Es braucht eine Projektplanung, die auf bessere Balance zwischen dem Wunsch der Investoren nach Skalierung oder Renditen und der Realität abzielt. Das Management von Ausführungsrisiken ist dabei weitaus wichtiger als das Entwerfen des theoretisch elegantesten Grossprojektes. Oder einfacher ausgedrückt: «done is better than perfect». Um das zu erreichen, müssen wir wegkommen vom Silodenken der verschiedenen Investoren-Gruppen. Es braucht mehr übergreifende Zusammenarbeit – vor allem mit Projektentwicklern und Behörden vor Ort. Dies gilt natürlich nicht nur für den Klimabereich, sondern generell für die Finanzierung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs).

Liechtenstein ist als internationaler, grenzüberschreitend tätiger Finanzplatz mit einer ausgeprägten Entwicklungshilfe und gleichzeitiger Expertise im Bereich der Gemeinnützigkeit besonders für «blended finance» geeignet.

Wir können und wollen einen überproportionalen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele leisten und sichern dabei gleichzeitig die marktüblichen Renditen für die Investoren bzw. unsere Kunden.

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