Liechtenstein zeigt sich als nachhaltiger Wirtschaftsraum

Liechtenstein hat sich am Swiss Green Economy Symposium als nachhaltiger Wirtschaftsraum vorgestellt. Die Chefs von Unternehmen wie Hilcona, Hilti und LGT haben an konkreten Beispielen gezeigt, wie sie zur Nachhaltigkeit beitragen, im eigenen Land und weltweit.

Liechtenstein verzeichnet auf dem Weg zu einem nachhaltigen Wirtschaftsraum Erfolge. Das machten Vertreter aus Wirtschaft und Politik am Innovationsforum Liechtenstein deutlich, das am Donnerstag im Rahmen des Swiss Green Economy Symposium in Winterthur stattgefunden hat. Doris Frick, Botschafterin des Landes in der Schweiz, konnte darauf verweisen, dass Liechtenstein über die grösste installierte Kapazität an Photovoltaik pro Kopf weltweit verfügt. Alle Gemeinden des Landes seien als Energiestädte zertifiziert, auch das eine Premiere in Europa.

Nachhaltigkeit bietet neue Möglichkeiten

Liechtensteins Unternehmen haben die Nachhaltigkeit in ihre Arbeit integriert. «Für Hilti bedeutet Nachhaltigkeit, neben den wirtschaftlichen Faktoren auch die ökologischen und sozialen Faktoren in die Unternehmensstrategie einzubeziehen und damit den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern», sagte etwa Peter Rupp, Head Corporate Sustainability bei Hilti. Dabei würden die Massnahmen zur Stärkung der Nachhaltigkeit durch die operativen Einheiten selbst umgesetzt. Nachhaltigkeit rechne sich. «Unter dem Strich verdienen wir Geld damit», sagte Rupp.

Aus der Sicht von Martin Henck geht es bei Nachhaltigkeit nicht nur um die Senkung etwa des Materialverbrauchs oder gar um Verzicht. «Nachhaltigkeit verschafft Opportunitäten», sagte der Chef des Nahrungsmittelherstellers Hilcona. Sein Unternehmen habe rund 100 Produkte in diesem Bereich lanciert. Der Umsatz mit veganen Produkten habe sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Die eigene Marke Green Mountain sei cool und vielversprechend. «Ich bin schon lange in der Branche tätig, aber so eine Bewegung wie diese habe ich noch nicht erlebt», so Henck.

Zentrales Thema für den Finanzplatz

Nachhaltigkeit ist auch ein zentrales Thema für den Finanzplatz. So will LGT als grösste Bank bis 2030 klimaneutral werden. Olivier de Perregaux, CEO Private Banking der LGT, erläuterte, wie die Bank Nachhaltigkeitskriterien in die Vermögensverwaltung einbeziehe. Alle Kunden erhielten Zugang zum sogenannten ESG-Cockpit, in dem sie sich über die ökologische, soziale und gesellschaftliche Bewertung ihrer Anlagen informieren könnten. Wichtig sei, dass die Kundenberater selber überzeugend wirkten. Entsprechend würden sie weitergebildet, auch an Standorten wie Hongkong und Singapur.

Die Nachhaltigkeit des Wirtschaftsraums kann denn auch über das Land ausstrahlen. Doris Frick verwies darauf, dass die Mitgliedsunternehmen der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer im Ausland 56‘700 Mitarbeitende beschäftigten. Und Olivier de Perregaux verwies darauf, dass sich Liechtenstein mit Nachhaltigkeit international positionieren könne. «Als kleines Land können wir auch Themen auf den Tisch legen, die unbequem sind.»

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