Finanzplatz Liechtenstein am Finanzplaner Forum in Düsseldorf

Vergangene Woche hat sich der Finanzplatz Liechtenstein am diesjährigen Finanzplaner Forum in Düsseldorf präsentiert. Rund 100 Teilnehmer konnten sich aus erster Hand ein Bild über das Nachbarland und warum das Thema Nachhaltigkeit für Liechtenstein und seinen Finanzplatz eine derartige Bedeutung hat, machen.

Die Initiative Finanzplaner Forum veranstaltet jedes Jahr einen Fachkongress für Financial Planner. Allein im Gebiet Rhein-Ruhr gehören gut 600 Financial Planner dem Forum an, womit es zu einer der wichtigsten Plattformen unter den Finanzberatern gehört. Informative Vorträge, Erfahrungsaustausch und neue Kontakte – dafür ist die Tagung bekannt. 2022 stand die Konferenz ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Damit traf die Tagung den Nerv der Zeit. Nicht nur, dass Nachhaltigkeit sich in der Finanzbranche innerhalb weniger Jahre zum Megatrend entwickelt hat. Der 2. August 2022 markiert auch einen Einschnitt in der Anlageberatung bei Banken und Vermögensverwaltern. Von diesem Datum an müssen Anlageberater ihre Kunden fragen, wie nachhaltig die Investments sein sollen.

Im Zeichen der Nachhaltigkeit

Jedes Jahr widmet sich das Finanzplaner Forum nebst dem thematischen Schwerpunkt einem besonderen Aspekt. Dieses Jahr galt dieser dem Finanzplatz Liechtenstein. Die Liechtensteinische Botschafterin in Deutschland, Isabel Frommelt-Gottschald, David Gamper, Geschäftsführer des Liechtensteinischen Anlagefondsverbandes, Simon Tribelhorn, Geschäftsführer des Liechtensteinischen Bankenverbands, und Marcel Müller, Vorstandsmitglied des Vereins unabhängiger Vermögensverwalter, gingen ausführlich auf die Transformation des Finanzplatzes sowie die Geschäftsmöglichkeiten in und mit Liechtenstein ein. Dabei lag naturgemäss ein besonderer Akzent ebenfalls auf dem Thema Nachhaltigkeit, positioniert sich doch der Finanzplatz schon länger als nachhaltiger Standort.

Nachhaltigkeitspräferenz der Kunden erfragen

Abgerundet wurde der Liechtenstein Part durch einen Fachvortrag von Dr. Christian Waigel, der gleichzeitig auch liechtensteinischer Honorarkonsul in Deutschland ist. In seinem Vortrag widmete Waigel sich der EU-Taxonomie-Verordnung, der Offenlegungsverordnung und der Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen und erläuterte welche Konsequenzen damit verbunden sind und was die Financial Planner in der Praxis hierfür konkret unternehmen müssen. Wünscht sich ein Anleger künftig ESG-Anlagen im Depot, so haben die Berater zu fragen, welcher Anteil in «hell-, mittel- oder dunkelgrüne» Investments fliessen soll. «Hellgrüne Finanzprodukte sind solche, bei denen die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigt werden», so Waigel. «Solche Investments lassen sich am Markt durchaus finden», sagte der Branchenkenner.

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