Liechtenstein – Industriestandort und Finanzplatz mit erfolgreicher Versicherungsbranche

Der Wirtschaftsstandort Liechtenstein profitiert von einer gut ausgebauten Infrastruktur und stabilen politischen sowie gesellschaftlichen Verhältnissen. So konnte sich das einfache Agrarland in 70 Jahren zu einem innovativen Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsstandort mit einer überaus erfolgreichen Versicherungsbranche entwickeln.

42’490 Personen waren Ende des Jahres 2022 in Liechtenstein beschäftigt. Das besagen die neusten Zahlen des Amts für Statistik, die derzeit erhältlich sind. Inzwischen dürften es noch einige Personen mehr sein, die in Liechtenstein ein Auskommen finden. Ihnen gegenüber stehen rund 40‘000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die beiden Werte sind ein starker Indikator für das grosse Wirtschaftswunder, das Liechtenstein im Kleinen in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen hat – und das Verhältnis von Bevölkerung zu Beschäftigten dürfte international seinesgleichen suchen. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat sich der Kleinstaat zu einem der höchstindustrialisierten Länder der Welt entwickelt. Gleichzeitig verfügt es über einen starken und breit diversifizierten Finanzplatz. Zu dessen Erfolg leistet neben einer Reihe von Banken und zahlreichen grösseren sowie kleineren Treuhandunternehmen auch die Versicherungswirtschaft ihren Beitrag. 32 Unternehmen aus den Bereichen Schaden, Rückversicherung und Leben mit rund 1100 Beschäftigten sind in der Branche tätig.

Finanzielle und politische Stabilität als Standortvorteil

Wie in jeder modernen Volkswirtschaft spielt der Versicherungssektor auch in Liechtenstein eine bedeutende Rolle. Die Branche ist vor Ort zwar noch jung. Sie hat ihre Grundlagen im Liechtensteiner EWR-Beitritt 1995 sowie im Direktversicherungsabkommen mit der Schweiz aus dem Jahr 1997. Dennoch sind ihre Produkte und Dienstleistungen für Wirtschaft und Gesellschaft unentbehrlich geworden. Aufgrund der optimalen Rahmenbedingungen können Liechtensteins Versicherer heute eine breite Palette international konkurrenzfähiger Produkte anbieten. Insbesondere gilt dies in den Bereichen Altersvorsorge und Risikomanagement, aber auch die Angebote in allen anderen Arten von Versicherungen sind kundenorientiert und international konkurrenzfähig.

Der Liechtensteinische Versicherungsverband wurde 1999 gegründet. Er vertritt die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Versicherungsindustrie auf nationaler sowie internationaler Ebene. «Die idealen Rahmenbedingungen des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein helfen, innovative Produkte und neue Marketingstrategien zu entwickeln», sagt die geschäftsführende Präsidentin des LVV, Caroline Voigt. Sie ergänzt: «Die Grundlagen für diese optimalen Rahmenbedingungen sind nicht nur vielfältig, sondern teils auch einzigartig.» Ein Plus des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein ist für Caroline Voigt beispielsweise der einfache Zugang zu gut ausgebildeten Fachkräften aus dem Inland und aus der angrenzenden Bodenseeregion. «Von zentraler Bedeutung ist insbesondere aber auch der direkte Marktzugang in alle Länder der EU und des EWR sowie zum Wirtschaftsraum Schweiz, den Liechtenstein als EWR-Mitgliedsstaat und Zollvertragspartner der Schweiz geniesst. Die anerkannte Stabilität und Verlässlichkeit Liechtensteins mit seinen gut aufgestellten Staatsfinanzen, die es zum Triple-A-Staat machen, tragen das Ihre dazu bei, das Land zum gewinnbringenden Standort für zeitgemässes Unternehmertum zu machen», sagt Caroline Voigt. Für sie ist dieses Top-Rating Ausdruck einer Symbiose mit vielen positiven Wechselwirkungen zwischen Staat und Finanzplatz. Das Triple-A spreche für wirtschaftliche und politische Stabilität und wirke sich auf die Reputation des gesamten Finanzplatzes aus. «Die damit attestierte Kreditwürdigkeit des Landes ist auch für die Versicherungsbranche von Bedeutung, weil sie das Grundvertrauen in den Standort stärkt. Hinzu kommen die oft beschworenen kurzen Wege im Kleinstaat mit seinen überschaubaren Verhältnissen, die garantieren, dass bürokratische Hürden auf ein notwendiges Minimum beschränkt bleiben.»

Symbiose von Politik und Wirtschaft

Wichtige Standortfaktoren für die im LVV zusammengeschlossenen Unternehmen sind auch die EU-kompatible Versicherungsaufsicht, das unternehmerfreundliche, moderne Steuerrecht Liechtensteins sowie die liberale Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Diese Gesamtkonstellation macht für Caroline Voigt die starke Wettbewerbsposition der Branche aus. «Die Gesellschaften können auf dieser Grundlage von Liechtenstein aus Versicherungslösungen vertreiben und sie den Gesetzgebungen der jeweiligen Zielmärkte anpassen. Das hat wesentlich zum Erfolg und zum Wachstum des Versicherungsplatzes Liechtenstein beigetragen.» Dennoch steht die Liechtensteiner Versicherungsbranche wie ihre Mitbewerber in jedem anderen Land in einem gewissen Standortwettbewerb. «Sich so zu positionieren, dass die internationalen Standards eingehalten werden, aber zugleich die Standortattraktivität im Wettbewerb zu behaupten, fordert die Marktteilnehmer permanent heraus. Die enge Zusammenarbeit von Poltik und Wirtschaft ist dabei aber einer unserer zentralen Erfolgsfaktoren», sagt Caroline Voigt – und sie ist überzeugt, dass die Liechtensteiner Versicherungsbranche ihre Stärken vor diesem Hintergrund auch in Zukunft optimal ausspielen kann.

Caroline Voigt, Geschäftsführende Präsidentin des Liechtensteinischen Versicherungsverbandes

 

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